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Roarr! Fauch! So könnte menschliches Sprechen entstanden sein …

Wie ist der Mensch zur Sprache gekommen? Die Forschung nahm bisher an, dass am Anfang das ikonische Gestikulieren stand – mit weit ausgebreiteten Armen symbolisierte man einen Vogel. Berliner Forscher glauben, dass es auch anders gewesen sein könnte.

Ein internationales Team unter der Leitung des Leibniz-Zentrums Allgemeine Sprachwissenschaft und der University of Birmingham glaubt an die Entstehung des Sprechens ausgehend von Lautmalereien. Jedenfalls beweise ihre Studie, so Studienleiterin Dr. Susanne Fuchs, „dass Sprache auch aus Lautmalereien entstanden sein kann.“

Die Wissenschaftler:innen um Fuchs haben untersucht, ob Sprecher:innen ganz unterschiedlicher Sprachen überall auf der Welt 30 verschiedene Bedeutungen anhand von Lautmalereien verstehen können. Dafür wurden Bedeutungen gewählt, die in allen Kulturen vorkommen und die in der frühen Sprachevolution relevant gewesen sein könnten. Wortbeispiele: Kind, Mann, Frau, Tiger, Messer, Feuer, Stein, Wasser, Fleisch, Frucht, sammeln, kochen, verstecken, schneiden, klein, gut, schlecht, eins, viele, dies, das.

Es zeigte sich, dass die von englischen Sprecher:innen produzierten Lautmalereien von knapp 1.000 Studienteilnehmer:innen aus 12 Sprachfamilien in 28 Sprachen verstanden werden konnten. Darunter waren auch Gruppen aus Kulturen ohne Schriftsprache aus dem Amazonaswald. Die Erkenn-Genauigkeit reichte von 98 Prozent für das Verb „schlafen“ bis zu 35 Prozent für das Demonstrativpronomen „das“.